photo by A.Toprak
veröffentlicht auf achgut.com
Henryk M. Broder fragte in seinem jüngst erschienen Artikel auf weltonline, weshalb die Integrationsdebatte in Deutschland von der Auseinandersetzung mit dem Islam dominiert wird. Dabei stellt er einen Vergleich zu der japanischen Gemeinschaft in Deuschland auf: “Niemand fragt nach ihrer Geburtenrate, keine Behörde stellt ihnen Integrationshelfer zu Seite, es hat auch noch keinen Japan- bzw. Asien-Gipfel beim Innenminister gegeben und keinen christlich-japanischen Arbeitskreis beim Evangelischen Kirchentag. Wir wissen nicht einmal, welcher Religion sie angehören. Sie selbst machen daraus kein Geheimnis, aber auch kein öffentliches Aufheben.”
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am 02.03.2011 auf achgut.com veröffentlicht
Es existieren ja angeblich zahlreiche Gründe, weshalb man sich für das Tragen eines Kopftuches entscheiden könnte. Religiöse, politische, gesellschaftliche, traditionelle. Deniz Baspinar hat allerdings in ihrem heute auf zeitOnline erschienen Artikel “Der Reiz des Kopftuchs” in ihrer “Kölümne” klar gemacht, dass zum einen kopftuchtragende Frauen attraktiver und zum Objekt der Begierde gewandelt sind, zum anderen, dass “leicht bekleidete” Frauen, was immer das genau heißen soll, für “moderne, aufgeklärte Männer” als Frau für eine “solide Partnerschaft” nicht in Frage kommen.
Die Legitimation des Kopftuchs wird immer absurder
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In der türkischen Kultur gibt es eine Etikette, dass man zu seiner Schwiegertochter vorsichtiger und taktvoller sein sollte, als zu seiner eigenen Tochter: Denn diese könnte es falsch verstehen, wenn sie negativ kritisiert wird: “Ich bin eine Fremde in dieser Familie. Sie wollen mich bestimmt nicht. Sie behandeln mich anders als ihre eigene Tochter.”
Man wird zwar als “Tochter” und als Mitglied in dieser Familie gesehen und bezeichnet, aber fühlt sich sofort ausgeschlossen, weil man in diese Familie eingeheiratet hat. Wahrscheinlich werden Schwiegertöchter auch anders behandelt, wenn sie ein Problem haben. Vielleicht nimmt man sich ihrem Problem nicht so an, wie wenn es ein Problem der eigenen Tochter wäre. Man verurteilt sie, man missachtet sie, man wünscht sich, dass sie niemals den eigenen Sohn geheiratet hätte, man hofft, dass sie sich scheiden lässt und so die Familie verlässt, damit endlich wieder Ruhe und Harmonie einkehrt.
Die türkische Schwiegertochter
So fühlen sich auch viele Menschen mit Migrationshintergrund: eine Schwiegertochter in einer fremden Familie, deren Problemen nicht von der deutschen Gesellschaft angenommen werden, weil sich darum entweder sie selbst oder ihre eigene Familie, ihre eigene Heimat kümmern sollte.
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Irgendwann, mitten in den hitzigen Debatten um Integration von Migranten in Deutschland, fragte ich mich: “Cigdem, bist du eigentlich integriert?”.
Nein, das bin ich nicht. Ich weigere mich nämlich, mich in Deutschland zu integrieren.
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Liebe Azade,
ich weiß nicht, wie du aussehen wirst, was deine Talente sein werden, welches dein Lieblingsessen sein wird und welchen Beruf du ausüben möchtest.
Ich weiß noch nicht einmal, wie du heißen wirst.
Aber es gibt Dinge, von denen ich felsenfest überzeugt bin.
Ich wünsche mir, dass du in einer Gesellschaft leben wirst, der du dich, genauso wie du bist, zugehörig fühlst, die dich annimmt, dessen Eigenschaften du positiv, aber auch negativ bestimmen kannst, ohne ausgeschlossen zu werden.
Du sollst in einer Welt leben, die dich auffängt, wenn du fällst, in der du bereit bist, anderen zu helfen, andere zu verteidigen, wenn sie Fehler machen, weil du dich als Mensch ihnen verbunden fühlst.
Weil Menschen nunmal Fehler machen.
Vielleicht werde ich dich dazu drängen, auch Fehler zu begehen, bitte sehe mir das nach, damit du aus ihnen lernst und nicht vor Angst durchs Leben stolperst.
Ich werde versuchen, dich vor allen gesellschaftlichen Zwängen fernzuhalten, die dich in deiner Freiheit einschränken und unglücklich machen.
Du sollst niemals eine Träne vergießen müssen, während du dir hilflos und ohnmächtig gegenüber Regeln, Prinzipien und Lebensvorstellungen vorkommst, die dir von wem auch immer auferlegt werden.
Ich möchte, dass du deinen eigenen Weg gehen kannst, den du dir selbst auswählst.
Ich wünsche mir ein Leben für dich, das durch Freiheit und Selbstbestimmung kennzeichnet ist und frei jeglicher Diskriminierung besteht.
Ich möchte nämlich nicht, dass du dich weder einem Kollektiv unterwerfen, noch dich für ein ganzes Kollektiv verteidigen musst.
Eigentlich wünsche ich mir das, was ich jeder Frau, jedem Menschen dieser Welt wünsche:
ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben.
Azade bedeutet auf Farsi Freiheit.
Islamkritik bedeutet keinesfalls, Menschen aus islamisch geprägten Gesellschaften zu degradieren oder gläubigen Muslimen das Leben schwer machen, sie zu diskriminieren und ihnen Grund-und Menschenrechte zu entziehen, sie des Landes zu verweisen, sie zu beleidigen oder zu ignorieren.
Es bedeutet aber auch nicht, dass der Kritiker selbst beleidigt und angegriffen werden darf, dass man versucht, ihm das Leben schwer zu machen, ihn zu beleidigen. Würden wir in einem Scharia-Staat leben, ihm seine Grund-und Menschenrechte zu entziehen, ihn des Landes zu verweisen- oder gar zu enthaupten. Aber was man gerade als Moslem nicht machen sollte: den Kritiker seiner Religion zu ignorieren.
Weshalb fühlen sich viele Muslime persönlich angegriffen?
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Während ich überlege, was ich über das Progrom von Kahramanmaras schreiben könnte, der sich am 23.Dezember vor 32 Jahren ereignete, bei dem 111 Menschen alevitischen Glaubens ums Leben kamen und hundert weitere verletzt wurden, wird mir bewusst, dass allein die Schilderung der Ereignisse nicht ausreichend sein können, um die Menschen auf diese schrecklichen Geschehnisse aufmerksam zu machen.
Eine der Eigenschaften, die ich an der deutschen Kultur und Mentalität, an der deutschen Gesellschaft schätze, ist ihr Vermögen Kritik auszuüben und zu reflektieren. Eine Eigenschaft, auf die man nicht in jedem Land, in jedem Territorium trifft und ich vermisse sie.
Momentan wird in Deutschland ein ideelles Bild gezeichnet, dass das Zusammenleben von deutschen Christen und deutschen Muslimen erleichtern soll. Man malt sich eine Welt, die nicht existiert, ohne sie zu hinterfragen.
In den Zeitungen überreicht man Kolumnen kopftuchtragenden Frauen, die einfach salopp sagen, sie seien “Deutsch” aber außer der Sprache mit ihnen kaum etwas gemeinsam haben. Denn deutsche Mädchen haben die Wahl, sie können ihr Leben, soweit dies möglich ist, frei und individuell gestalten und leben in einer toleranteren Gesellschaft als diejenige mit dem Kopftuch, die nicht ihren Freund mit nach Hause bringen darf.
Wir leben momentan in einer Gesellschaft, in der islamistische Verbände wie Milli Görüs versuchen, in Nordrhein-Westfalen in die Grünen-Partei ihre Leute unterzubringen, um ein Stück mehr auch Deutschland zu islamisieren.
Darüber wird sehr wenig bzw. kaum berichtet, weil eine rosarote Welt, in der Mädchen mit Kopftuch mit dem Koran in der Hand zusammen mit Bauchnabel-gepiercten gleichaltrigen Mädchen über Jungs und das erste Mal sprechen, gemalt wird.
Das ist nicht Deutschland. Und das wird es niemals sein. Dieses Bild kann nicht surrealer sein.
Aber dieses Bild wird momentan von den deutschen Medien gezeichnet, weil die Integrationsversuchen muslimischer Migranten zu hinterfragen, schwierig ist. Weil dies wirkliche journalistische Arbeit mit sich bringt. Vielleicht auch, weil Deutschland im Jahr 2010 die Wahrheit nicht ertragen kann und möchte.
Weil man sich eingestehen müsste, muslimischen Einwanderern niemals Arbeit hätte geben dürfen, ihnen niemals Asyl erstatten dürfen.
Das ist natürlich auch einfach. Diejenigen, die meinen kritisch zu sein, Parolen rufen zu lassen wie “Geht zurück in den barbarischen Orient”, brauchen wir genausowenig.
Nein. Wir brauchen kritische konstruktive Stimmen. Stimmen, die sich gegen Gebetsräume in Schulen und Universitäten aussprechen, die gegen den Vorwurf der “Islamophobie” noch immer aufrecht stehen können, ohne sich zu ducken.
Wir brauchen unser kritisches Deutschland. Gibt es mir zurück!
Es ist ganz einfach ein Menschenleben zu retten! Das mindeste, was man machen kann, waere auf der unten angegebenen Internetseite eine Petition zu unterschreiben. Ein paar Tasten, einige Klicks.
Wer ist in Lebensgefahr?
Sakine Ashtiaani, eine 43- Jahre alte Mutter, wird seit 2006 des “Ehebruchs” bezichtigt und wurde zum Tode durch Steinigung verurteilt!
Durch internationalen Druck, ausgelöst durch das Engagement ihrer zwei Kinder, mithilfe eines Menschenrechtsanwalts Mohammad Mostafai wurde ihre Exekution verschoben und seit dem 1.Juli in eine Todesstrafe durch Erhaengen umgewandelt.
Die Lage hat sich jedoch zugespitzt. Nun wurde am 11. August im iranischen Staatsfernsehen Sakine gezwungen, eine Aussage zu machen, indem sie zugibt, an der Ermordung ihres Ehemanns beteiligt gewesen zu sein.
Der Mörder ihres Mannes wurde hingegen bereits festgenommen, er hat die Tat zugegeben und sitzt auch schon im Gefaegnis.
Es ist offensichtlich, dass das menschenverachtende iranische Regime mit allen Mitteln versucht, ihre Taten zu legitimieren und somit Sakine beschuldigt, nicht “nur” Ehebruch, sondern Mord an ihren Ehemann begangen zu haben.
Für die Todesstrafe, für die Steinigung eines Menschenlebens gibt es keinerlei Rechtfertigung!
Was kann ich tun?
Bitte unterschreibt die Petition und rettet Sakines Leben!
Wer Zeit hat:
Organisiert am 28. August eine Demonstration in eurer Stadt und nehmt an der Kampagne “100 cities around the world against stoning” teil.
Weitere Infos unter:
http://stopstonningnow.com/100cities/
Danke!!
Liebe Kritiker,
mit diesem Artikel möchte ich einige wichtige Missverständnisse aus dem Weg räumen und meine Ansichten klarer darstellen.
Zunächst möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass meine Äußerungen keineswegs anti-islamisch sind. Komischerweise wird mir dies immer von denen vorgeworfen, die der mehrheitlichen Auslegung des Korans folge leisten.
1)Dimensionen der Debatte, Diskussion und Argumente
Meine Argumente beziehen sich auf zwei Dimensionen: die analytisch-kritische und die objektiv-religiöse Dimension.
Wenn ich den Koran auf der objektiv-religiösen Dimension kritisiere, das heißt, bestimmte Suren oder Verse nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar sehe, dann mache ich dies durch eine analytisch-kritische Vorangehensweise, indem ich mich auf die Verse und Suren direkt beziehe. Diese Vorangehensweise setzt aber bereits eine selbstreflexive Betrachtungsweise voraus, die mit der Bereitschaft offen und kritisch über den Koran zu diskutieren, einhergeht.
2.) Religionsfreiheit
Religionsfreiheit, also die positive Freiheit, sich zu dem Glauben zu bekennen, für den man sich entscheidet, ist ein Gut, das man jedem zusprechen sollte. Also auch den eigenen Kindern und den in die religiöse Gemeinschaft geborenen Menschen. Natürlich haben Menschen, die nach islamischer Sicht fasten und beten wollen, ein Recht ihre Religion auszuüben. Aber Menschen, die in muslimische Communities geboren sind, haben auch ein Recht, auszutreten und einen anderen Glauben anzunehmen.
Leider erlaubt dies die mehrheitliche Auslegung des Korans nicht.
3.) Kopftuch
Ich bin nicht gegen ein Kopftuch, ich bin gegen DAS religiöse Kopftuch.
Auf der religiösen Argumentationsebene kann man sich schnell darüber einig werden (sofern man dazu bereit ist), dass im Koran nicht explizit von einem Kopftuch, so wie es von vielen getragen wird, gesprochen wird.
Auf der analytisch-kritischen Ebene erscheint es mir einfach unsinnig, ein Kopftuch zu tragen, weil man meint, religiöse Gebote verfolgen zu müssen, ohne sie zu hinterfragen.
Ich bin gegen das Kopftuch, weil ich der Meinung bin, dass es eine intolerante Weltanschauung symbolisiert, welches auch im Koran leider wiederzufinden ist.
Jeder, der den Koran als ein heiliges Buch sieht, der meint, es seien die Worte Gottes, entzieht sich einer wissenschaftlichen Diskussion.
Derjenige, der den Koran mit seiner menschlichen Vernunft hinterfragen möchte, ist nach den Worten des Korans ein Ungläubiger.
Man kann sehr wohl ein gläubiger Muslim sein und gleichzeitig ein modern denkender Mensch, der sich bewusst ist, dass der Koran nicht dogmatisch ausgelegt werden sollte.
Die Vernunft sollte nicht missbraucht werden, es sollte kein Mittel zum Zweck sein, das gleiche gilt für die Demokratie.
Die Demokratie und die damit verbundenen Werte wie Religionsfreiheit sollten nicht für eine islamische Ideologie missbraucht werden, auch genannt, Islamismus.
Denn das Ziel des Islams (so wie er momentan von vielen ausgelegt wird) ist der, dass alle Ungläubigen zu Gläubigen werden sollen, dass der Islam alle Lebensbereiche einnehmen soll.
Wenn ich das nicht toleriere, wenn ich Intoleranz nicht toleriere, bin ich dann selbst intolerant?






