Shisha

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Im Vorbeilaufen schnappt man den streng-süßlichen Geruch auf, der nach draußen dringt. In den halbdunklen Cafés mit blauem bis violettem Neonlicht stehen Kunststoffbänke oder schwarz-braune Ledersessel. Wenn es warm wird, sind Fenster und Türen geöffnet, und einige Gäste sitzen draußen. Die Männer tragen viel Schwarz, Kappen und Bomberjacken von Alpha Industries. Die Frauen, stark geschminkt, erinnern in Jeggings, dazu Sneakers oder High Heels, an Kylie Jenner. Es läuft Hip-Hop oder R-’n’-B-Musik.

Oft bleibt es beim Vorbeigehen. Nur selten traut sich hinein, wer keinen Migrationshintergrund hat, auch wenn er die Shisha aus dem Ägypten- oder Türkei-Urlaub kennt. Meist sind die Gäste junge Deutsche mit ausländischen Wurzeln oder Migranten. Die Wasserpfeifen-Bars sind seit Jahren ihr Terrain. „Lass mal Shisha“ – so heißt im migrantisch-deutschen Slang die Frage oder besser die Aufforderung an die Freunde per Whatsapp, eine Wasserpfeife rauchen zu gehen. Continue reading „Shisha“

Wo ist die coole „muslimische“ Jugend hin?

Es heißt, dass der Salafismus die neue Jugendkultur der Muslimen in Deutschland sei. Das war früher anders.

Foto: Cigdem Toprak

Wir wollten jung sein, wir wollten frei sein.

Als wir blutjung waren, wollten wir nur eins: frei sein. Wir liebten unsere türkische, arabische, kurdische Kultur, unsere islamische, alevitische Religion, unsere maghrebinischen, afghanischen und anatolischen Traditionen – aber wir wollten sie so ausleben, wie wir es wollten – so wie es sich in einer modernen Gesellschaft gehört.

Jeden Sommer wollten wir im Freibad schwimmen, wir wollten in Clubs feiern gehen, in die wir mit sechzehn Jahren eigentlich gar nicht hinein durften, wir wollten mit Jungs oder Mädels ins Kino, wir wollten mit unserem Schwarm oder unserer Angebeteten telefonieren, wir wollten eine feste Beziehung haben und sie oder ihn Zuhause unseren Eltern vorstellen – so wie es unsere deutschen Freunde taten. Wir wollten jung sein, wir wollten frei sein.

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