Kategorie-Archiv: Allgemein

Damit wir uns nicht missverstehen.

Islamkritik bedeutet keinesfalls, Menschen aus islamisch geprägten Gesellschaften zu degradieren oder gläubigen Muslimen das Leben schwer machen, sie zu diskriminieren und ihnen Grund-und Menschenrechte zu entziehen, sie des Landes zu verweisen, sie zu beleidigen oder zu ignorieren.

Es bedeutet aber auch nicht, dass der Kritiker selbst beleidigt und angegriffen werden darf, dass man versucht, ihm das Leben schwer zu machen, ihn zu beleidigen. Würden wir in einem Scharia-Staat leben, ihm seine Grund-und Menschenrechte zu entziehen, ihn des Landes zu verweisen- oder gar zu enthaupten. Aber was man gerade als Moslem nicht machen sollte: den Kritiker seiner Religion zu ignorieren.

Weshalb fühlen sich viele Muslime persönlich angegriffen?
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1978 oder Humanismus als Kampfansage

 
 
 
Während ich überlege, was ich über das Progrom von Kahramanmaras schreiben könnte, der sich am 23.Dezember vor 32 Jahren ereignete, bei dem 111 Menschen alevitischen Glaubens ums Leben kamen und hundert weitere verletzt wurden, wird mir bewusst, dass allein die Schilderung der Ereignisse nicht ausreichend sein können, um die Menschen auf diese schrecklichen Geschehnisse aufmerksam zu machen.

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Wo bist du, oh kritisches Deutschland?

Eine der Eigenschaften, die ich an der deutschen Kultur und Mentalität, an der deutschen Gesellschaft schätze, ist ihr Vermögen Kritik auszuüben und zu reflektieren. Eine Eigenschaft, auf die man nicht in jedem Land, in jedem Territorium trifft  und ich vermisse sie.

Momentan wird in Deutschland ein ideelles Bild gezeichnet, dass das Zusammenleben von deutschen Christen und deutschen Muslimen erleichtern soll. Man malt sich eine Welt, die nicht existiert, ohne sie zu hinterfragen.

In den Zeitungen überreicht man Kolumnen kopftuchtragenden Frauen, die einfach salopp sagen, sie seien “Deutsch” aber außer der Sprache mit ihnen kaum etwas gemeinsam haben. Denn deutsche Mädchen haben die Wahl, sie können ihr Leben, soweit dies möglich ist, frei und individuell gestalten und leben in einer toleranteren Gesellschaft als diejenige mit dem Kopftuch, die nicht ihren Freund mit nach Hause bringen darf.

Wir leben momentan in einer Gesellschaft, in der islamistische Verbände wie Milli Görüs versuchen, in Nordrhein-Westfalen in die Grünen-Partei ihre Leute unterzubringen, um ein Stück mehr auch Deutschland zu islamisieren.

Darüber wird sehr wenig bzw. kaum berichtet, weil eine rosarote Welt, in der Mädchen mit Kopftuch mit dem Koran in der Hand zusammen mit Bauchnabel-gepiercten gleichaltrigen Mädchen über Jungs und das erste Mal sprechen, gemalt wird.

Das ist nicht Deutschland. Und das wird es niemals sein. Dieses Bild kann nicht surrealer sein.

Aber dieses Bild wird momentan von den deutschen Medien gezeichnet, weil die Integrationsversuchen muslimischer Migranten zu hinterfragen, schwierig ist. Weil dies wirkliche journalistische Arbeit mit sich bringt. Vielleicht auch, weil Deutschland im Jahr 2010 die Wahrheit nicht ertragen kann und möchte.

Weil man sich eingestehen müsste, muslimischen Einwanderern niemals Arbeit hätte geben dürfen, ihnen niemals Asyl erstatten dürfen.

Das ist natürlich auch einfach. Diejenigen, die meinen kritisch zu sein, Parolen rufen zu lassen wie “Geht zurück in den barbarischen Orient”, brauchen wir genausowenig.

Nein. Wir brauchen kritische konstruktive Stimmen. Stimmen, die sich gegen Gebetsräume in Schulen und Universitäten aussprechen, die gegen den Vorwurf der “Islamophobie” noch immer aufrecht stehen können, ohne sich zu ducken.

Wir brauchen unser kritisches Deutschland. Gibt es mir zurück!

Helfen wir Sakine!

Es ist ganz einfach ein Menschenleben zu retten! Das mindeste, was man machen kann, waere auf der unten angegebenen Internetseite eine Petition zu unterschreiben. Ein paar Tasten, einige Klicks.

Wer ist in Lebensgefahr?

Sakine Ashtiaani, eine 43- Jahre alte Mutter, wird seit 2006 des “Ehebruchs” bezichtigt und wurde zum Tode durch Steinigung verurteilt!

Durch internationalen Druck, ausgelöst durch das Engagement ihrer zwei Kinder, mithilfe eines Menschenrechtsanwalts Mohammad Mostafai wurde ihre Exekution verschoben und seit dem 1.Juli in eine Todesstrafe durch Erhaengen umgewandelt.

Die Lage hat sich jedoch zugespitzt. Nun wurde am 11. August im iranischen Staatsfernsehen Sakine gezwungen, eine Aussage zu machen, indem sie zugibt, an der Ermordung ihres Ehemanns beteiligt gewesen zu sein.

Der Mörder ihres Mannes wurde hingegen bereits festgenommen, er hat die Tat zugegeben und sitzt auch schon im Gefaegnis.

Es ist offensichtlich, dass das menschenverachtende iranische Regime mit allen Mitteln versucht, ihre Taten zu legitimieren und somit Sakine beschuldigt, nicht “nur” Ehebruch, sondern Mord an ihren Ehemann begangen zu haben.

Für die Todesstrafe, für die Steinigung eines Menschenlebens gibt es keinerlei Rechtfertigung!

Was kann ich tun?

Bitte unterschreibt die Petition und rettet Sakines Leben!

http://freesakineh.org/

Wer Zeit hat:

Organisiert am 28. August eine Demonstration in eurer Stadt und nehmt an der Kampagne “100 cities around the world against stoning” teil.

Weitere Infos unter:

http://stopstonningnow.com/100cities/

Danke!!

Toleranz gegenüber Intoleranten ist keine Toleranz

Liebe Kritiker,

mit diesem Artikel möchte ich einige wichtige Missverständnisse aus dem Weg räumen und meine Ansichten klarer darstellen.

Zunächst möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass meine Äußerungen keineswegs anti-islamisch sind. Komischerweise wird mir dies immer von denen vorgeworfen, die der mehrheitlichen Auslegung des Korans folge leisten.

1)Dimensionen der Debatte, Diskussion und Argumente

Meine Argumente beziehen sich auf zwei Dimensionen: die analytisch-kritische und die objektiv-religiöse Dimension.

Wenn ich den Koran auf der objektiv-religiösen Dimension kritisiere, das heißt, bestimmte Suren oder Verse nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar sehe, dann mache ich dies durch eine analytisch-kritische Vorangehensweise, indem ich mich auf die Verse und Suren direkt beziehe. Diese Vorangehensweise setzt aber bereits eine selbstreflexive Betrachtungsweise voraus, die mit der Bereitschaft offen und kritisch über den Koran zu diskutieren, einhergeht.

2.) Religionsfreiheit

Religionsfreiheit, also die positive Freiheit, sich zu dem Glauben zu bekennen, für den man sich entscheidet, ist ein Gut, das man jedem zusprechen sollte. Also auch den eigenen Kindern und den in die religiöse Gemeinschaft geborenen Menschen. Natürlich haben Menschen, die nach islamischer Sicht fasten und beten wollen, ein Recht ihre Religion auszuüben. Aber Menschen, die in muslimische Communities geboren sind, haben auch ein Recht, auszutreten und einen anderen Glauben anzunehmen.

Leider erlaubt dies die mehrheitliche Auslegung des Korans nicht.

3.) Kopftuch

Ich bin nicht gegen ein Kopftuch, ich bin gegen DAS religiöse Kopftuch.

Auf der religiösen Argumentationsebene kann man sich schnell darüber einig werden (sofern man dazu bereit ist), dass im Koran nicht explizit von einem Kopftuch, so wie es von vielen getragen wird, gesprochen wird.

Auf der analytisch-kritischen Ebene erscheint es mir einfach unsinnig, ein Kopftuch zu tragen, weil man meint, religiöse Gebote verfolgen zu müssen, ohne sie zu hinterfragen.

Ich bin gegen das Kopftuch, weil ich der Meinung bin, dass es eine intolerante Weltanschauung symbolisiert, welches auch im Koran leider wiederzufinden ist.

Jeder, der den Koran als ein heiliges Buch sieht, der meint, es seien die Worte Gottes, entzieht sich einer wissenschaftlichen Diskussion.

Derjenige, der den Koran mit seiner menschlichen Vernunft hinterfragen möchte, ist nach den Worten des Korans ein Ungläubiger.

Man kann sehr wohl ein gläubiger Muslim sein und gleichzeitig ein modern denkender Mensch, der sich bewusst ist, dass der Koran nicht dogmatisch ausgelegt werden sollte.

Die Vernunft sollte nicht missbraucht werden, es sollte kein Mittel zum Zweck sein, das gleiche gilt für die Demokratie.

Die Demokratie und die damit verbundenen Werte wie Religionsfreiheit sollten nicht für eine islamische Ideologie missbraucht werden, auch genannt, Islamismus.

Denn das Ziel des Islams (so wie er momentan von vielen ausgelegt wird) ist der, dass alle Ungläubigen zu Gläubigen werden sollen, dass der Islam alle Lebensbereiche einnehmen soll.

Wenn ich das nicht toleriere, wenn ich Intoleranz nicht toleriere, bin ich dann selbst intolerant?

02.Juli 1993

Ein Datum, das sich tief in die Seele und die Herzen aller Aleviten eingebrannt hat.

Ein Tag, an dem 37 Menschen Opfer von Hass und Gewalt radikal muslimischer Menschen geworden sind.

Sie mussten sterben, weil Allah es angeblich so wollte. Sie sollten” im Feuer der Hölle” niederbrennen, weil Menschen indoktriniert von einem Glauben sind, den sie selbst willkürlich so auslegen, wie sie es möchten.

Keiner konnte ihnen helfen, weil auch diejenigen, die nicht voller Hass geschrien haben, die nicht Steine auf die sich rettende Menschen geworfen haben, stumm zugeschaut haben oder sie mit dem Lautsprecher angestachelt haben, auch diese sind Täter gewesen.

Am 02.Juli 2010, 17 Jahre nach dem schrecklichen Massaker an alevitische Gläubige, Dichter und Musiker und deren Freunde, an dem berühmten atheistischen Schreiber Aziz Nesin in der türkischen Provinz Sivas,  verzeichnet man auf der einen Seite Verbesserungen in Hinsicht auf die Situation der Aleviten. Ein Fortschritt, der zwar notwendig war, aber nicht ausreicht.

Der “eine” Islam konnte sich ausdehnen und hat neue Formen gefunden, dessen Gefahr schwieriger zu erkennen ist. Denn in Deutschland werden jenen Menschen Stimmen und ein Forum gegeben, die hinter diesen schrecklichen Taten stehen, diese niemals öffentlich verächten würden und auch jenen, die meinen Aleviten verteidigen zu wollen, nur um sich nach außen hin tolerant, weltoffen und sensibel gegenüber anderen Kulturen darstellen zu wollen.

Aber sie sind es garantiert nicht.

Als Alevitin und als Mensch wünsche ich mir eine aufrichtige Auseinandersetzung mit dieser Thematik.

Alles andere lehne ich strikt ab.

Was ist Ehre?

“Kannst du es schmecken? Kannst du es riechen? Was ist Ehre.

Wärmt es dich, wenn es kalt ist? Bringt es Licht ins Dunkle? Was ist Ehre.

Aber wenn ich in die Augen meiner Tochte schaue, sehe ich den Himmel.

Wenn ich sie lächeln sehe, dann erleuchtet meine Welt.”

Die Worte einer sehr weisen Person heute in meinem Wohnzimmer.

Ein “offener” Brief

Sicherlich, in vielen Massenmedien wird ein verzerrtes Bild über den  Islam, seinen gläubigen Anhänger und deren mit bestimmten religiösen  Pflichten verbundene Lebensweise dargestellt. Viele Zeitungen und  Fernsehanstalten scheuen sich nicht davor, Feindbilder zu schaffen und  uns ” [nicht] so sehr beeinflussen, was wir denken sollen, sondern eher  bestimmen, worüber wir nachzudenken haben“ wie der  Kommunikationswissenschaftler Roland Burkart feststellt .

Also wird der Versuch unternommen, die Frage nach der Gewaltbereitschaft aller Menschen, die in die muslimische Religionsgemeinschaft hineingeboren wurde, anhand einiger gewalttätigen Menschen, die ihre Taten mit dem Glauben

legitimieren wollen, zu beantworten.

Auf der anderen Seite versuchen einige Medien, die Vereinbarkeit von Glaube und Moderne anhand Kopftuchträgerinnen aufzuzeigen, was schlichtweg absurd ist.

Also versuchen viele Muslime die Legitimation für das Tragen vom Kopftuch im Glauben zu suchen, was wirklich gefährlich ist.

Die zentrale Frage in unseren Köpfen lautet: Was bitte ist am Tragen eines Kopftuches gefährlich?

Um diese Frage beantworten zu können, frage ich hier alle Kopftuchträgerinnen, die das Kopftuch “freiwillig” tragen:

Würde eure muslimische Gemeinschaft euch auch mit einem kurzen Rock, roten Lippenstift und einem festen Freund namens Maximilian akzeptieren?
Maximilian, der gläubiger Christ ist oder Maximilian, der Atheist.
Könntet ihr arbeiten, studieren, durch die Welt reisen, wenn ihr offensichtlich einen “westlichen” Lebensstil pflegt? Ist eure private oder große muslimische Gemeinschaft so tolerant?

Dürft ihr euch wirklich frei entscheiden, an das zu glauben und so zu leben, wir IHR es möchtet?
Natürlich ist das eine Sichtweise, die den Individualismus verteidigt. Eine Lebensweise, die in Europa herrscht, die in den Menschenrechte verankert ist.

Interessant ist, das “Moderne” mit dem dogmatischen Kopftuch vereinen zu wollen.

Niemand verbietet euch den Glauben, ob ihr fünfmal am Tag betet oder 30 Tage lang fastet, denn das hindert euch nicht daran, ein vernünftiger und gläubiger Mensch zu sein.

Aber der Trend geht in eine völlig andere, in meinen Augen falsche Richtung:

Statt dem Fortschritt in wichtigen Lebensbereichen einer Frau, also der einfache freie Wille sich wirklich aus tausend Optionen für sich richtige Lebensform zusammenzustellen, wirft man den Frauen ein paar Häppchen vom modernen Leben wie Arbeiten und Studieren oder das Tragen von “hippen” T-Shirts zu, die sie gierig aufessen.

Das ist verständlich.

Statt einer kritischen Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Folgen der muslimischen Lebensweise, die beispielsweise das Leben von 15 jungen Mädchen in Mekka opferte, weil es ihnen nicht erlaubt war ohne Kopftuch aus einer brennenden Schule zu fliehen, wird öffentlich propagiert, dass Kopftuchträgerinnen “ganz normale” junge deutsche Muslima seien.

Das ist nicht verständlich.

Es gibt auch sehr viele Frauen, die kein Kopftuch tragen und dennoch die gleiche von ihnen verlangte Lebensweise führen und eingeschlossen in ihrer Gemeinschaft nach ganz klaren Regeln leben müssen.
Das sind aber nicht diejenigen, die öffentlich ihr fremdbestimmtes Leben verteidigen und eine Realität suggerieren, die nicht existiert.

Unter einem Kopftuch versteckt, mit einer religiösen Schrift, die einem in die Wiege gelegt wurde, marschieren junge in Deutschland geborene Frauen durch die Welt und meinen, sie hätten eine Wahl.
Sie reden es sich solange ein, bis sie selbst daran glauben, dass sie an den vielen Optionen und Chancen, die uns das Leben bietet, teilhaben KÖNNTEN, wenn sie nur wollten.

Das können sie auch, aber nicht mit einem feigen, sondern aufrichtigen Feminismus, nicht mit einer Realitätsflucht sondern einer Konfrontation mit der wirklichen Welt.

Mit einer Welt jenseits von Europa und dem Westen, in der junge Frauen im Namen Gottes zu Dingen gezwungen werden, die sie nicht machen wollen. Weil sie wirklich keine Wahl haben.

Photos by kamshots (links) and by yourdon (rechts)