Religionsfreiheit, Vielfalt und Toleranz. Wir dürfen unsere Werte als liberale Gesellschaft nicht vergessen.

Islamunterricht, Gebetsräume an Schulen, Moscheen und das Kopftuch für Lehrerinnen- gesellschaftliche und politische Stimmen in Deutschland plädieren seit einigen Jahren verstärkt für Religionsfreiheit für unsere muslimischen Mitbürger. Argumentiert wird mit den Begriffen Toleranz und Vielfalt in unserer demokratischen Gesellschaft. Dabei wird nach Toleranz zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und religiöser Gruppen gefordert, weil Vielfalt in unserer Gesamtgesellschaft erwünscht wird. Wir sollten uns allerdings als liberale Gesellschaft die Frage stellen, wie wir mit religiösen Gruppen umgehen, die ihre eigenen Mitglieder unterdrücken und so ihnen gegenüber nicht tolerant sind. Sollten wir nicht auch nach Toleranz und Diversität innerhalb der Communities fordern?


Ich durfte vor einigen Wochen mit alevitischen Geistlichen über Homosexualität bei Aleviten diskutieren. Der Geistliche Metin Dede war felsenfest davon überzeugt, dass Homosexualität eine Sünde sei, da es gegen die menschliche Natur verstoße. So kommen schwule und lesbische Aleviten nicht nur in die Hölle, sondern müssten auch im Diesseits von der alevitischen Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Theoretisch. Ob das in der Praxis auch wirklich erfolgt, ist unklar. Denn diese Frage wird in der alevitischen Community kontrovers diskutiert. Auch unter Geistlichen. So ist Cafer Dede der Meinung, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen kein Ausschlusskriterium aus der Gemeinschaft sein dürfe. Das widerspreche dem alevitischen Prinzip der Toleranz.

Der Toleranzbegriff wird in der Integrations-und Islamdebatte inflationär verwendet und oftmals falsch verstanden. Man toleriert nur solche Überzeugungen, Handlungen oder Praktiken, die man zwar negativ bewertet, allerdings aber nicht vollkommen ablehnt, sondern duldet. Ein offensichtlicher Rassist sollte also nicht einen Schwarzafrikaner tolerieren, so gewährt man ihm, einen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe abzulehnen.

In der deutschen Islamdebatte wird stets nach Toleranz und Diversität gefordert. Man solle die religiösen Praktiken und Handlungen auch jener “dulden”, die man nicht für richtig hält, um Vielfalt in unserer Gesellschaft zu fördern. Nur in einer Gesellschaft, die viele Alternativen an Werten und Glaubensrichtungen bietet, könne man seine eigene Auffasung eines guten Lebens formulieren. Das sei ein Grundpfeiler des Liberalismus.

Daran ist auch nichts auszusetzen. Allerdings schwächelt unser Bewusstsein als liberale Gesellschaft, wenn wir Religionsfreiheit primär als Gruppenrecht verteidigen. Dabei sollten wir als liberale Gesellschaft um den Schutz der Religonsfreiheit als individuelles Recht sorgen. Ein Homosexueller sollte in seiner religiösen Gemeinschaft genauso toleriert werden, wie ein Heterosexueller. Wenn wir derartige Diskriminierungen beispielsweise aufgrund der sexuellen Ortientierung nicht in unserer Gesellschaft dulden möchten, dann sollte das auch in den Communities selbst gelten.

Toleranz und Diversität sollte also nicht nur zwischen Gruppen, sondern besonders innerhalb von religiösen und kulturellen Communities herrschen.

Der Theoretiker Will Kymlicka verdeutlicht, dass eine demokratische liberale Gesellschaft Religionsfreiheit vorrangig Individuuen, nicht Gruppen gewähren sollte. Letztlich sind Gruppen aber wichtig, solange und weil das Individuum einer Gruppe angehören möchte.

Als Beispiel führt Kymlicka die Religionsfreiheit im Osmanischen Reich an. Im osmanischen Vielvölkerstaat haben über 500 Jahre drei nicht-muslimische Minderheiten, also Griechisch-orthodox, Armenisch-orthodox und Juden im als offiziell anerkannte Gemeinschaften, genannt millets, zusammengelebt.

So hatte das Osmanische Reich die Traditionen der jeweiligen Glaubensgemeinschaften respektiert und rechtlich geltend gemacht. Hier kann man zwar von religiöser Toleranz zwischen den Religionsgemeinschaften sprechen, auch herrschte eine vielfältige Gesellschaft. Allerdings richtet sich diese Toleranz nicht an die individuellen Gruppenmitglieder, sondern basiert auf Gruppenrechten. Das Osmanische Reich stellt also nicht eine liberale Gesellschaft dar, in der jedes Individuum sich auf das Recht auf Glaubensfreiheit berufen konnte. Vielmehr war sie eine tiefkonservative, theokratische und patriarische Gesellschaft, die sich gegen die liberale Werte und Ideale richtet. Kritik an den eigenen Glaubensvorstellungen-und praktiken wurde in den Gemeinschaften selbst nicht toleriert.

So war das Verständnis religiöser Toleranz im Osmanischen Reich geprägt vom Wunsch einer dominanten Religion mit anderen zu koexistieren ohne jegliche Akzeptanz einer Auffassung von individuellerGlaubensfreiheit.

Man könnte argumentieren, dass man auch nicht-liberale Praktiken und Überzeugen tolerieren sollte, solange die modernen liberalen Gesellschaften jedem Individuum das Recht geben, aus der jeweiligen Gruppe auszutreten. Jedem Mensch stehe es ja frei in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu “flüchten” oder sich einer anderen religiösen oder kulturellen Gruppe anzuschließen. Allerdings wird zum einen die kritische Reflektion in jenen Gruppen, die nicht-liberale Praktiken pflegen, unterdrückt. Auf der anderen Seite sollten Menschen nicht vor die ultimative Wahl gestellt werden, sich von der Gruppe zu lösen oder sich der Unterdrückung zu liefern. Vielmehr sollten Reformen innerhalb von religiösen und kulturellen Gemeinschaften möglich sein, in denen nicht-liberale Werte existieren.

Eine Muslimin sollte somit das Recht haben, auch auf das Kopftuch zu verzichten, und sich dabei dennoch als “richtige Muslimin” fühlen zu können- und selbstverständlich von der Gemeinschaft auch als solche akzeptiert zu werden.

Mit der eindimensionalen Forderung nach Toleranz zwischen der deutschen Mehrheitsgesellschaft und religiöser sowie kultureller Gruppen schwächt und macht man gar die Kritik an Communities, in denen nicht-liberale Werte herrschen unmöglich. Gerade wenn in jenen Communities eben nicht unterschiedliche Werte offengelegt werden, aus denen man sich frei bedienen kann.

So stellt sich die fundamentale Frage, ob jene muslimische Frau, die sich für das Kopftuch entscheidet, auch die Alternative hat, das Tragen des Kopftuches abzulehnen. Diese Alternative sollte nicht nur von der deutschen Mehrheitsgesellschaft geboten, sondern in erster Linie von der eigenen Community offengelegt werden.

Auf einer Tagung zum Thema Demokratiekompetenz unter Migranten habe ich eine Lehrerin gefragt, ob man ihrer Meinung Menschen zu liberalen und demokratischen Werte erziehen dürfe und sollte. “Ich zwinge niemanden demokratische Werte auf”, sagte sie, “ich lege meinem Schüler viele Alternativen an Werten und Überzeugungen dar, die Entscheidung welche er annimmt, liegt bei ihm.” Das ist demokratisch und liberal.

 

 

 

13 Gedanken zu “Religionsfreiheit, Vielfalt und Toleranz. Wir dürfen unsere Werte als liberale Gesellschaft nicht vergessen.

  1. Und was hat das Bild von Wilders hier zu suchen?
    Wilders setzt sich für die Freiheit ein,egal von wem.Wer sich 10 Jahre nichts zuschulden kommen lässt soll den NL Pass bekommen,der Marokkanische Bürgermeister von Rotterdam sagt dagegen wer sich nicht anpassen kann soll gehen.

    Werden sie das nächste mal wenn es um Juden geht vielleicht einen mit Hakennase zeigen?

    Solche Bilder sind Methoden zur Vernichtung öffentlicher Personen-lächerlich machen,Lügen erzählen usw.

  2. Man könnte argumentieren, dass man auch nicht-liberale Praktiken und Überzeugen tolerieren sollte, solange die modernen liberalen Gesellschaften jedem Individuum das Recht geben, aus der jeweiligen Gruppe auszutreten. Jedem Mensch stehe es ja frei in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu “flüchten” oder sich einer anderen religiösen oder kulturellen Gruppe anzuschließen.“

    Doch, so ist es oder sollte es sein. Wenn eine religiöse Gemeinschaft nichts von individualistischen Werten hält, dann ist das ihr gutes Recht, solange sie niemanden gegen dessen Willen damit belästigt.
    Wenn Religionsfreiheit individuell und nicht nur gruppenbezogen verstanden werden soll, wie Sie vorher selber fordern, dann bedeutet das, dass es jedem Einzelnen frei steht, seine Überzeugungen und Gruppenzugehörigkeiten frei zu wählen und sie wieder aufzugeben. In einer pluralistischen Gesellschaft sollte es keine „Mehrheitsgesellschaft“ und „Minderheitsgesellschaften“ geben, sondern nur Individuen, die ihren Neigungen entsprechend Gemeinschaften gründen können, die den Staat solange nichts angehen, wie die Gesetze befolgt werden und die freie Entscheidung für den Beitritt und die Möglichkeit zum Austritt gewahrt ist.

  3. „Jedem Mensch stehe es ja frei in die deutsche Mehrheitsgesellschaft zu “flüchten”“

    Genau, wird auch gemacht.

    http://freeminds.blogsport.eu/2013/03/05/weltfrauentag-nein-zu-den-sharia-gesetzen/comment-page-1/#comment-3347

    Bei dem „Gruppenrecht“ handelt es sich übrigens nicht um ein Recht, sondern um ein Privileg.

    Wenn die betreffende Gruppe ihre Dorftradition zum Höchsten aller Gesetze machen wollte (und davon auch schon mal einiges hoch hielte) dann wäre das wohl schwieriger zu machen, als mit einem mutmaßlichen Propheten im Arsenal.

    „Allerdings wird zum einen die kritische Reflektion in jenen Gruppen, die nicht-liberale Praktiken pflegen, unterdrückt.“

    Das kann „identitär“ geboten sein. Der Sinn einer letzt-gültigen Offenbarung besteht ja gerade darin, sich nicht immer wieder alles neu überlegen zu müssen. Eine Art „Recht auf Faulheit“ macht sich da geltend.

    „Auf der anderen Seite sollten Menschen nicht vor die ultimative Wahl gestellt werden, sich von der Gruppe zu lösen oder sich der Unterdrückung zu liefern.“

    Aber der Versuch, in solche Gruppen hineinzuregieren schafft einen eigenen Klüngel aus Abhängigen und Günstlingen und am Ende steht man da, wo Syrien (und der Libanon) heute stehen.

    „Vielmehr sollten Reformen innerhalb von religiösen und kulturellen Gemeinschaften möglich sein, in denen nicht-liberale Werte existieren.“

    Die Reformer sollten sicherlich vor Verfolgung geschützt werden, aber ansonsten hat schon mancher Versuch tief überzeugte Menschen von ihrem Unglück abhalten zu wollen, nur noch alles weiter verschlimmert.

    In Syrien haben sie jetzt Jihad gegen Jihad.

    Wer da als Dritter mit liberalen Reformen reingehen wollte, gegen den würden sie sich sofort alle wieder zusammentun.

    Und soweit sollte die Nächstenliebe dann aber doch nicht reichen, finde ich.

  4. Wir dürfen vor allem den Ursprung unserer liberalen Werte nicht vergessen. Dann könnten viele (nicht alle) religiös-atheistische Frontstellungen friedlich einstürzen.

    Amen.

  5. „Eine Muslimin sollte somit das Recht haben, auch auf das Kopftuch zu verzichten, und sich dabei dennoch als “richtige Muslimin” fühlen zu können- und selbstverständlich von der Gemeinschaft auch als solche akzeptiert zu werden.“

    Eine überflüssige Forderung, da es im muslimischen Alltag längst so praktiziert wird. Kann ich aus eigener Erfahrung x-mal bestätigen.

  6. die Cigdem die sich in alles mögliche und unmögliche einmischt hat erstaunlich nichts zu melden beim Thema NSU.
    Sie arbeitet doch beim Israel freundlichen WELT.de
    in so einer Großen Medienfabrik muss es doch an Information nur so wimmeln.
    Liebe Frau Toprak, wann lesen Wir von Ihnen über unsere Probleme in Deutschland ?
    Wann decken Sie einen Teil vom Versagen und aktiven decken rechter Straftaten ?
    Wir haben neben einem Polizei und Geheimdienstskandal nun auch noch ein Justizskandal. Erst der türkische Geheimdienst MIT muste tätig werden um raus zu bekommen wer, wo, wie. . .
    Innerhalb von nur 6 Monaten hatte MIT das raus gefunden was deutschland unmöglich war in 10 Jahren !
    DAS NSU Verfahren gibt es nur weil Erdogan angedroht hat auf EUROPOL Ebene deutschland vorzuführen.
    Ich binn gespannt ob sich Frau Toprak dazu äusern darf oder ob die WELT ihnen den Mund zuhält . . .

  7. Das ist die Schwierigkeit an den von Dir genannten Begriffen wie Toleranz oder etwa auch Respekt:
    Ich arbeite in der Kinderbetreuung mit. Kann ich hier tolerieren, wenn ein Kind – an einem seiner kleinen Ärmchen – ein gutes Stück über den Boden gezerrt wird, nur weil es nicht so will, wie die Erzieherin will?
    Respekt und Toleranz hören hier beide auf; ich muss protestieren, auf Werte und auf Rechte des Kindes hinweisen.
    Mir hilft dieses alltägliche Beispiel auch das richtige Maß im gesamtgesellschaftlichen Umgang zu finden:
    Ich kann eine Ansicht, ein Dogma, eine religiöse Praxis verstehen, vielleicht tolerieren, aber ich muss keinen Respekt haben, sobald etwas menschenverachtende Elemente enthält.
    Ich muss u.U. so eine Sache erdulden, also zulassen, dass es in unserem Land geschieht (Beschneidung), aber ich muss es nicht respektieren, wenn es m.E. grundlegende Rechte von Kindern „beschneidet“.
    „Allerdings schwächelt unser Bewusstsein als liberale Gesellschaft, wenn wir Religionsfreiheit primär als Gruppenrecht verteidigen.“
    Gibt es auch das Recht eines einzelnen Menschen auf Freiheit von Religion und religiöser Bevormundung?
    Wenn ja: Dann sind Taufe und Beschneidung ein Akt der Bevormundung, weil sie Kinder zu Mitgliedern (nach christlicher Sicht als unumkehrbare Handlungen) einer Gruppe machen.
    Das Zitat der Lehrerin gefällt mir:
    Wir müssen es dem einzelnen Menschen überlassen, wann und wie er sich in eine weltanschauliche Gemeinschaft einbringen möchte.
    Dieses Recht des einzelnen Menschen war einst selbstverständlich und unantastbar…

  8. Die Welt zensiert meine Beiträge (so viel zu Meinungsfreiheit). Daher schreibe ich es mal hier rein.

    Frau Toprak, auch Sie berichten wie Ihr Ziehvater stets einseitig und provozieren bewusst, wie Sie auch dort und da mal zugegeben haben. Eigentlich sollte Ihr Beitrag nicht unter Nachrichten auftauchen, sondern unter der Rubrik „Meinung“ oder „Tagebuch“. An dieser Stelle mal eine Kritik an „die Welt“

    Heute haben Sie Atatürk verstanden, aber irgendwann werden Sie auch Erdogan verstehen, wieso er so regiert und handelt. Aber es freut mich, dass Sie sich und viele anderen aus Ihrer Region sich endlich als „Türke“ bekennen, die eigentlich seit Jahren darauf beharrten, sich als Kurde zu bezeichnen und gar einen eigenen Staat wollten.

    Die jetzigen Protestierenden sind zu feige gewesen, sich vorher die Eigeninitiative zu ergreifen und zu demonstrieren. Die mutigen wahren Umweltschützer sind im Gespräch mit der Regierung. Alle anderen Gruppierungen nutzen die Gelegenheit jetzt aus. Sie haben aus der friedlichen Aktion eine Massendemonstration gemacht – mit verheerenden Folgen (was Sie aber bewusst ignorieren und gar nicht erwähnen, wie Ihr Ziehvater Hetznoky).

    Sie sind noch sehr jung. Befassen Sie sich mal mit der Geschichte der Türkei vor Erdogan, wo man nicht öffentlich sagen konnte, dass man alevitisch oder Kurde ist. Und viele Verfassungs- und Gesetzesänderungen, die für mehr Demokratie gesorgt hat. Wenn Ihre Quelle Herr Kalnoky ist, dann tun Sie mir echt leid.
    Mein TIPP: Recherchen Sie richtig und vollständig. Das „Erfolgsglas“ ist zu 90% voll, Sie kritisieren immer noch die fehlenden 10%.

  9. Liebe Cigdem, danke für diesen Post,

    allgemeine Menschenrechte sind Individualrechte. Die Freiheit, sich zur Religion zu bekennen, sie zu praktizieren und die Freiheit von Religion in Ruhe gelassen zu werden, sie nicht zu praktizieren, steht jedem einzelnen Menschen zu.

    Das Kopftuch ist nicht festgewachsen, warum haben Musliminnen nicht die Freiheit, mal ihre Haare zu bedecken, und ein anderes Mal den Wind durch die offenen Haare wehen zu lassen?

    Warum verschleiern sich immer jüngere Mädchen, warum werden die Kopftücher immer länger?

    Homosexualität ist keine Sünde, sondern sexuelle Selbstbestimmung. Darüber ist man sich wenigstens in der aufklärungshumanistischen, kulturellen Moderne einig. Allerdings fällt eines auf: so kontrovers man über gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Lebensentwürfe diskutiert, über homosexuelle Männer redet man wenigstens, lesbische Frauen schweigt man dagegen lieber tot. Auch in der ach so toleranten und liberalen Mehrheitsgesellschaft.

    Medienwirksames Beispiel:

    Der Deutsche Bundestag beschloss am 12. Dezember 2003, ein Denkmal in Berlin-Mitte zu errichten. Die Einweihung des Denkmals fand am 27. Mai 2008 statt.

    An dem Entwurf kam Kritik von Seiten des LSVD auf, weil er bei der Mahnung an die Zukunft die Lesben nicht angemessen berücksichtigte. Der LSVD-Vertreter im Preisgericht hatte aus diesem Grund auch für einen anderen Wettbewerbsbeitrag gestimmt. Er formulierte:

    „Lesbische Beziehungen wurden nicht strafrechtlich verfolgt. War den Nazis die Homosexualität inhaftierter Frauen bekannt, bedeutete das dennoch verschärfte Bedrohung. Insgesamt ist aber die Situation lesbischer Frauen im Nationalsozialismus „kaum mit eindeutigen Verfolgungskriterien zu belegen“ (Dr. Claudia Schoppmann, Vortrag im vorbereitenden Kolloquium für den Kunstwettbewerb zum Denkmal, 2005). Schwule und Lesben erlebten aber gemeinsam die Zerschlagung ihrer Infrastruktur durch die Nazis. Lesben lebten eingeschüchtert und waren in ihren Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. (…) Durch die derzeit geplante Darstellung entsteht der Eindruck, das Mahnmal beziehe sich ausschließlich auf schwule Männer. Das Denkmal soll auch ein Lernen aus der Geschichte im Sinne eines „Nie wieder“ symbolisieren. Gerade für die Aufgabe, gegenwartsbezogen ein Zeichen gegen Ausgrenzung zu setzen, dürfen Lesben nicht unsichtbar bleiben – genau dies ist nach dem geplanten Entwurf jedoch der Fall. Es ist keinesfalls ausreichend, Lesben im Rahmen einer zusätzlichen Information zu berücksichtigen; sie müssen vielmehr integrativer Teil der künstlerischen Darstellung sein.

    http://archive.is/eUWE

    Am 28. August 2006 führte der LSVD zu diesem Thema in Berlin eine Diskussionsveranstaltung mit den Künstlern durch. Kurz vor der Veranstaltung protestierte die Zeitschrift Emma mit einem Aufruf dagegen, „dass das geplante Homo-Denkmal in Berlin ausschließlich männliche Homosexuelle zeigt“ und forderte, „dass auch die weiblichen Homosexuellen angemessen berücksichtigt werden.“

    http://berlin.lsvd.de/neuigkeiten/lsvd-berlin-resolution-zum-denkmal-fur-die-im-nationalsozialismus-verfolgten-homosexuellen/

    Gabi Schmidt

  10. Liebe Frau Toprak, lassen Sie sich nicht von so einem unfähigen, denunziatorischen Menschen, wie „hetzefrei“ irritieren. Sie machen Ihre Sache gut. Gruß Maria Leuschner

  11. –Fundstück 09.03.2013 09:31 Leserkommentare (0)*
    Die Aleviten und das Prinzip der Toleranz
    Ich durfte vor einigen Wochen mit alevitischen Geistlichen über Homosexualität bei Aleviten diskutieren. Der Geistliche Metin Dede war felsenfest davon überzeugt, dass Homosexualität eine Sünde sei, da sie gegen die menschliche Natur verstoße. So kommen schwule und lesbische Aleviten nicht nur in die Hölle, sondern müssten auch im Diesseits von der alevitischen Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Theoretisch. Ob das in der Praxis auch wirklich erfolgt, ist unklar. Denn diese Frage wird in der alevitischen Community kontrovers diskutiert. Auch unter Geistlichen. So ist Cafer Dede der Meinung, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen kein Ausschlusskriterium aus der Gemeinschaft sein dürfe. Das widerspreche dem alevitischen Prinzip der Toleranz.


    Meine Meinung: soll dass ein Witz sein, natürlich ist es NICHT so, bitte um Verzeihung, aber der Metin Dede (Dede?!) sollte, selbst aus der Allevitische Gemeinde austreten, solche Alleviten brauchen wir gewiss nicht.

    Gewiss mag ich auch keine Dede´des, die, die Frauen verschleiern (Männer selbst haben keine Kopfbedeckung an!) und dann im CEM- Haus Gebete halten, diese unterscheiden sich NICHT von den übrigen Muslimen, damit ist NICHT d. Konfession der Alleviten gemeint, auch nicht alle Alleviten. Sicherlich gibt es einige menge Alleviten, die Gleichberechtigung der Homo- Sexualität befürworten.

    Jetzt fängt die Hetze mit den Alleviten an, wir lassen uns so was nicht nachreden!

    Mit freundlichen Grüßen

  12. Meine Meinung: bitte um Verständnis und Interesse, Frau Toprak, sind Sie eine Heuchlerin? bin selbst eine Lesbische- Frau und werde von vielen der Alleviten RESPEKTIERT (unter den Menschen sind auch 70 – 80 jährige Alleviten!).
    Sicherlich haben Sie einen Konservativen wie Metin DEDE gefunden, um die Alleviten destruktiv zu kritisieren. Diese ist eine verkaterte übel- nachrede!
    solch einem verleumderischen Artikel sollte man KEIN Glauben schenken.

    Nutzen Sie Ihre Ressourcen, für was sinnvolles, mein Sympathie NICHT, aber meine Aversion haben Sie schon.

    Ihre Artikel ist Belästigung der Allgemeinheit: § 118 OWiG.

    Mit freundlichen Grüßen

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