Damit wir uns nicht missverstehen.

Dez
2010
25

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Islamkritik bedeutet keinesfalls, Menschen aus islamisch geprägten Gesellschaften zu degradieren oder gläubigen Muslimen das Leben schwer machen, sie zu diskriminieren und ihnen Grund-und Menschenrechte zu entziehen, sie des Landes zu verweisen, sie zu beleidigen oder zu ignorieren.

Es bedeutet aber auch nicht, dass der Kritiker selbst beleidigt und angegriffen werden darf, dass man versucht, ihm das Leben schwer zu machen, ihn zu beleidigen. Würden wir in einem Scharia-Staat leben, ihm seine Grund-und Menschenrechte zu entziehen, ihn des Landes zu verweisen- oder gar zu enthaupten. Aber was man gerade als Moslem nicht machen sollte: den Kritiker seiner Religion zu ignorieren.

Weshalb fühlen sich viele Muslime persönlich angegriffen?

Es ist schade, dass viele, gerade muslimische, Menschen nicht verstehen, wie wichtig es ist, kritisch zu sein. Auch wenn es schwer fällt, auch wenn es etwas betrifft, was sie in ihrem Herzen eingeschlossen haben: ihren Glauben.

Nicht primär der Glaube ist das, was kritisiert wird, sondern die Religion. Die Religion als eine Institution, die lediglich versucht, Machtansprüche zu erheben, Millionen sogar Milliarden von Menschen zu mobilisieren, aus den Emotionen von Menschen Kapital zu schlagen und ihre Ideologien zu verbreiten.

Der Glaube bedeutet nämlich vielmehr und ist eben nicht deckungsgleich mit der Religion: Nicht alle Muslime folgen dem, was der Islam ist. Viele leben so, wie es ihnen passt. Niemand darf das verurteilen, denn jeder Mensch ist ein Individuum und die Religion sollte kein Dogma sein.

Wenn aber der Glaube eines Menschen menschenfeindlich und fundamentalistisch ist, dann darf auch der Glaube dieses Individuums kritisiert werden.

Weshalb werden manche Menschen aus muslimisch geprägten Gesellschaften persönlich angegriffen?

Dass gerade Menschen aus muslimisch geprägten Gesellschaften soziale Probleme hinsichtlich der Vereinbarkeit zwischen ihren Glaubens-und Lebensweisen und der modernen Weltanschauung haben, liegt auf der Hand.

Dass der Islam viele kritische Fragen aufwirft, ist auch gerechtfertigt.Dies trifft auch auf das Christentum zu.

Aber legitimieren gesellschaftliche Probleme von Menschen aus fremden Kulturen und Religionen eine unmenschliche Behandlung?

Niemals. Denn wenn die europäische Gesellschaft Individualismus und Menschenrechte propagiert, wenn sie meint, es seien universelle Werte, dürfen wir sie nicht Menschen entziehen, auch wenn diese von festen, teilweise auch unmenschlichen Normen geleitet werden.

Denn wir kritisieren nicht primär Muslime, sondern bestimmte fundamentalistische Einstellungen, unmenschliche Lebensweisen.

Wir müssen einen Rahmen schaffen, in dem wir alle passen.

In diesem Rahmen dürfen wir uns nicht treten, nicht wehtun, aber uns gegenseitig darauf hinweisen, uns nicht unmenschlich zu behandeln.

Die deutsche Gesellschaft sollte auf diesen Rahmen hin arbeiten.

Denn Menschen sind nicht aus Stahl, sie sind formbar. Sie sind lernfähig. Vor allem: sie sind kritikfähig.

Daran sollten wir alle GLAUBEN.

Damit wir uns nicht missverstehen.

Photo by pinkcodehq

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  1. Julia

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